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Ein Schritt zurück

Ein Schritt zurück

Josefin fährt 2019 nach Griechenland, um Geflüchteten zu helfen. Die Arbeit erfüllt sie, allerdings hat sie gleichzeitig das Gefühl, ihre Hilfe sei „wie ein Tropfen im Ozean“. Die Lage ist hart, die Menschen haben keine Schuhe, laufen barfuß. Sie haben nicht genug Essen. Sie haben Todesangst, sind traumatisiert und haben kein Haus, keine Wohnung.

Josefin stößt an die Grenzen ihrer Kraft, will aber nicht gehen: „Man will es in die Welt rausschreien. Diese Ungerechtigkeit. Ich will hier bleiben und das lösen." Als sie nach 13 Monaten zurückkehrt, fällt es ihr schwer, Spaß zu haben. Ihr wird eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert und sie braucht selbst dringend Hilfe.

Rückblickend bereut sie ihre Entscheidung nicht, aber sie hat gelernt, sich selbst nicht aus dem Blick zu verlieren. „Wenn ich mal zu weit gehe, lerne ich daraus und sage: Ich gehe einen Schritt zurück, und erst dann wieder.

(Aus Deutschlandfunk Kultur)

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